Geschichte

Innovation und technologische Exzellenz mit Geschichte

Die Unternehmensphilosophie „turning science into solutions“ steht für das, woran Sartorius seit über 140 Jahren täglich arbeitet: Neueste wissenschaftliche Erkenntnisse zu nutzen, um innovative Produkte herzustellen. An der Universität Göttingen fing alles an. Hier legte der damalige Universitätsmechanikus Florenz Sartorius den Grundstein des Unternehmens. 1870 machte sich Sartorius mit seiner „Feinmechanischen Werkstatt“ selbstständig. Seine Erfindung – die kurzarmige Analysenwaage – hat damals die Arbeit in Forschungslaboren bahnbrechend verändert. 1927 gründete Sartorius gemeinsam mit dem Chemie-Nobelpreisträger Richard Zsigmondy die Membranfiltergesellschaft mbH. Die von Zsigmondy entwickelten Membranen waren die Basis für die Entwicklung der Membranfiltration – und für das heutige Bioprozess-Geschäft von Sartorius. Noch heute gehören Wägetechnik und Filtration zu den Kerntechnologien des breiten Produktportfolios von Sartorius.

1870

Der Göttinger "Universitätsmechanikus" Florenz Sartorius gründet das Unternehmen als "Feinmechanische Werkstatt F. Sartorius" und beginnt mit der Produktion kurzarmiger Analysenwaagen.

1922

Richard Zsigmondy, Chemiker und Physiker sowie Nobelpreisträger des Jahres 1925, erfindet 1918 den Membranfilter und 1922 den "Kalt-Ultra-Filter". Sie dienen als Basis für die industrielle Fertigung der Sartorius Separations- und Filtertechnik.

1948

Sartorius beginnt auf Empfehlung von Otto Hahn, Chemiker und Nobelpreisträger des Jahres 1944 und Präsident der Max-Planck-Gesellschaft in Göttingen, mit der industriellen Gleitlagerfertigung.

1955

Die erste Mikrowaage für Wägungen unter Normalatmosphäre wird vorgestellt.

1960

Sartorius setzt die erste Maschine zur automatischen Herstellung von synthetischen Membranfiltern ein. Im Zuge der weltweiten Expansion werden verstärkt Gesellschaften und Vertriebsbüros im Ausland gegründet.

1963

Einführung von Celluloseacetatfolie als Träger für Elektrophorese.

1964

Erste Laborwaagen mit Analogausgang.

1969

Erstes "Plate and Frame"- Crossflow-Ultrafiltrationssystem für größere Volumina.

1970

Sartorius konstruiert die ersten elektronischen Präzisions- und Analysenwaagen. Der daraus resultierende Auftragsboom führt zur Gründung zahlreicher Tochtergesellschaften im Ausland und trägt entscheidend zur heutigen Bedeutung des Konzerns bei.

1971

Die erste Nanogrammwaage stellt den Weltrekord für die präziseste Wägung auf. Sie wird dazu benutzt, Mondgestein zu wägen, das der Astronaut Neil Armstrong von seiner Expedition mitbringt.

1972

Erste kompakte Analysenwaage mit digitalelektronischer Gewichtsanzeige, Stillstandskontrolle und Digitalausgang (BCD).

1975

Premiere einer Präzisionswaage mit Mikroprozessorelektronik (Intel4004).

1976

Einführung der ersten autoklavierbaren, prüfbaren Filterkerze mit plissiertem Membranfilter.

1977

Die erste vollelektronische Analysenwaage mit Mikroprozessorelektronik wird eingeführt.

1979

Vorstellung der ersten oberschaligen Analysenwaage (160g).

1982

Vorstellung der ersten elektronischen Präzisionswaage in explosionsgeschützter Ausführung.

1983

Einführung des ersten automatischen Geräts zur Integritätsprüfung von Membranfiltersystemen.

1988

Die erste elektronische oberschalige Mikrowaage wird präsentiert.

1989

Erste großflächige Filterkerze mit gezielter Stufenfiltration (Jumbo-Kerze).

1990

Vorstellung der ersten elektronischen Laborwaagenserie in MC1-Technologie.
Die Sartorius AG geht an die Börse.

1996

Weltweit erste Ultramikrowaage mit einem Wägebereich, der 21 Millionen Wägeschritte auf 0,1µg genau vermisst.

1997

Einführung der monolithischen Wägesystemtechnologie. Der "Monolith" löst ein kompliziertes, aus bis zu 150 verschiedenen Teilen zusammengesetztes Wägesystem ab. Dieses mechatronische System ist die Basis für viele folgende Waagengenerationen.

1998

Erfolgreiche Kapitalerhöhung.

Sartorius akquiriert die Firma Boekels, Marktführer in der Qualitätskontrolle im Prozess und in der Metallsuchtechnik (heute Sartorius Aachen).

1999

Sartorius übernimmt drei Unternehmen und erweitert damit sein Produktportfolio:

  • Vivascience (innovative Produkte für die Zellkultur, Proteinaufreinigung und Ultrafiltration)
  • Denver Instrument Company (Laborwaagen und -messtechnik)
  • GWT (ehemalige Phillips Wägetechnik und führend in der Wägetechnologie im Schwerlastbereich; heute Sartorius Hamburg)

2000

Zukauf von B. Braun Biotech International, dem weltweit führenden Hersteller von Fermentern und Zellkultursystemen (heute Sartorius Stedim Systems).

2001

Mit der Analysenwaage GENIUS gewinnt die Sartorius AG den Innovationspreis der Deutschen Wirtschaft im Segment Mittelstand.

Bundeskanzler Gerhard Schröder weiht das "Werk 2001" zur Fertigung von Filtern in Göttingen ein. Der Neubau ist die größte Einzelinvestition in der Unternehmensgeschichte von Sartorius. Auch das Sartorius College, ein Tagungszentrum für internen und externen Wissenstransfer, wird feierlich eröffnet.

2002

Einführung der modularen Industriewaagenbaureihe "Combics".

Einweihung eines neuen Sartorius Knowledge Centers in Bangalore, Indien.

2003

Sartorius erhält den Initiativpreis für Aus- und Weiterbildung von der Otto Wolff-Stiftung, dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag und dem Magazin „WirtschaftsWoche“.

2004

Markenintegration und neue Namen für die Konzerngesellschaften:

  • Sartorius Aachen GmbH & Co. KG (vormals Boekels)
  • Sartorius Hamburg GmbH (vormals GWT)
  • Sartorius BBI Systems GmbH (vormals B. Braun Biotech International)

Sartorius erhält den renommierten Frost & Sullivan Award für herausragende Innovationen bei der Produktdifferenzierung in der Biotechnologie.

2005

Die internationale Managementberatung A.T. Kearney und das Magazin „WirtschaftsWoche“ zeichnen Sartorius als „Best Innovator 2005“ in der Kategorie Time-to-Profit aus.

Sartorius übernimmt 100 Prozent der Anteile des US-amerikanischen Anwendungsspezialisten Omnimark Instrument Corporation.

2006

Von der internationalen Unternehmensberatung Frost & Sullivan erhält Sartorius den „Frost & Sullivan 2006 Growth Strategy Leadership Award“ für seine erfolgreiche Wachstumsstrategie im Markt für Feuchtemessgeräte.

2007

Sartorius kauft die Toha Plast GmbH und stärkt seine Position in der Kunststofftechnologie für biopharmazeutische Einwegprodukte.

Einweihungsfeier des neuen Laborgebäudes: Sartorius stockt damit die F&E-Kapazitäten für die Sparte Biotechnologie am Stammsitz in Göttingen weiter auf.

Sartorius legt seine Biotechnologiesparte mit dem französischen Biotech-Zulieferer Stedim S.A. zusammen, um mit dem kombinierten Unternehmen Sartorius Stedim Biotech ein weltweit führender Technologieanbieter für die biopharmazeutische Industrie zu werden. Das neue Unternehmen ist an der Pariser Börse notiert.

Einweihung des neuen Werks am Standort Peking; Mit dem Neubau verdoppelt Sartorius seine Produktionskapazitäten in China von ehemals rund 4.000 m² auf über 8.000 m².

2008

Mit neuen Tochtergesellschaften in Polen und Ungarn erweitert Sartorius seinen Vertrieb in Osteuropa.

Sartorius Stedim Biotech kooperiert mit Bayer Technology Services und erweitert sein Produktportfolio im Bereich Virussicherheit bei der Herstellung von Biopharmazeutika.

Die Sartorius Stedim Biotech GmbH erwirbt die Schweizer Wave Biotech AG, einen führenden Anbieter von Einweg-Fermentern.

2009

Sartorius schließt eine Kooperationsvereinbarung mit der Metrohm Schweiz AG über den Vertrieb von Laborgeräten von Sartorius Mechatronics in der Schweiz.

Neues Werk in Arvada, Colorado: Sartorius erweitert die vorhandenen Kapazitäten und verfügt aktuell über eine Gesamtfläche von rund 6000 m².

Feierliche Einweihung des Sartorius India Campus in Bangalore mit einer Grundfläche von 10.000 m² für die Mechatronik- und Biotechnologie-Sparte von Sartorius.

2010

Sartorius schließt Kooperationsverträge mit vier Unternehmen und baut damit sein Produktportfolio aus:

  • Marketingkooperation mit Corning: Gemeinsamer Produktkatalog für Geräte und Verbrauchsmaterial für Zellkulturanwendungen im Labor.
  • Kooperation mit TEWS Elektronik: Exklusiver Vertrieb, Vermarktung und Service von Mikrowellenresonanzgeräten.
  • Kooperation mit Schmidt+Haentsch: Vermarktung der Refraktometer-Serie Brixxus für Laboranwendungen.
  • Kooperation mit NIR-Online: Vertrieb und Service von Nahinfrarot-Spektroskopiesystemen für Kunden der Lebensmittel- und Pharmaindustrie.

2011

Weiterentwicklung der rechtlichen Konzernstruktur zu einer Holding: Die ordentliche Hauptversammlung beschließt, das operative Mechatronik-Geschäft, das bisher in der Sartorius AG betrieben wird, in einer eigenen Gesellschaft unterhalb der Holdingebene zu betreiben. Vorteile sind eine bessere Dividendenfähigkeit und eine klarere Konzernstruktur.

Sartorius baut seine Produktionskapazitäten weltweit aus. In Göttingen, Guxhagen und Yauco, Puerto Rico, sollen bis 2012 jeweils neue Industriegebäude bezogen und bestehende Infrastruktur modernisiert werden.

Sartorius erwirbt das Liquid-Handling-Geschäft des finnischen Laborspezialisten Biohit. Damit erweitert der Konzern sein Produktportfolio im Bereich Laborinstrumente um einen wichtigen Baustein.